Was ist Bewusstsein?

Was ist denn dieses Bewusstsein, wenn es nichts mit dem Verstand zu tun hat? Erscheint es nicht allen Menschen so, als ob sie letztlich mit ihren Gedanken erfassen würden, was ihr Leben ausmacht? Ja, es erscheint ihnen so, und deshalb fällt es ihnen so schwer zu erfassen, wer sie wirklich sind.

Die einfachste und ursprünglichste Art von Bewusstsein ist Ich bin. Mit anderen Worten, Bewusstsein ist sich seiner eigenen Existenz bewusst. Bewusstsein weiß, dass es existiert. Das war das Urbewusstsein (das die Menschen heute Gott nennen); es wusste, dass es existierte, mehr nicht. Bis es irgendwann die genialste Idee aller Zeiten hatte und fragte: WER bin ich? Damit begann Schöpfung. Alles, was die Menschheit und andere Zivilisationen in der gesamten Schöpfung tun, ist nichts anderes, als immer mehr Antworten auf die Frage Wer bin ich? zu finden.

Nachdem wir Zuhause, also den ersten Schöpfungskreis, verlassen hatten, dabei die größte Hölle aller Zeiten erlebt hatten und uns nach diesem Riesentrauma völlig isoliert in der totalen Leere wiedergefunden hatten, hatte jeder von uns für sich selbst die bislang bedeutendste Erkenntnis: Ich existiere! Ich bin! Es gibt mich! Wir wurden uns also unserer eigenen Existenz gewahr. Zuhause hatten wir dieses Gewahrsein keineswegs.

Und so machte sich jedes beseelte Wesen auf seine eigene Reise, um herauszufinden, wer es ist, was es kann, was es zu entdecken und zu erfahren gibt. Dabei erschuf jeder von uns und wir alle zusammen Universen, physische und nicht-physische Lebensformen, eben alles, was es gibt. Also bedenke, dass Universen mit allem, was sie beinhalten, ein Teil des Bewusstseins ist, das du bist, und nicht umgekehrt. Du bist also nicht Teil eines Universums, sondern dieses Universen ist ein Teil von dir. Siehst du, dessen kannst du dir nun bewusst sein oder auch nicht.

Bewusstsein hat keinen Verstand, und somit keine Intelligenz. Bedenke das, wenn du dazu neigst, Intelligenz einen hohen Wert beizumessen. Bewusstsein besitzt kein Wissen in dem Sinn, was Menschen unter Wissen verstehen. Das heißt, Bewusstsein sammelt keine Informationen, keine Daten und Fakten. Bewusstsein macht Erfahrungen. Damit ist nicht die Art von Erfahrung gemeint, wie Menschen sie kennen. Menschliche Erfahrungen sind getränkt von Gedanken und Emotionen, und so wird jede Erfahrung in unendlich viele Einzelteile zerstückelt. Bewusstsein interessiert sich nicht für Details, es nimmt die Essenz der Erfahrung. Und das ist die Erfahrung, wie Bewusstsein sie kennt. Mit jeder solchen Erfahrung wächst das Bewusstsein, es expandiert. Und das, was Bewusstsein dann hat, ist nicht Intelligenz, sondern Weisheit.

Ein Beispiel: Ein Mensch macht abertausende Male die Erfahrung von Begrenzung, immer in leicht anderer Form, also die Details rundherum sind anders. In der Begegnung mit verschiedenen anderen Menschen, in unterschiedlichen Situationen. Bewusstsein erfährt dabei immer nur: Begrenzung. Die Details spielen keine Rolle. Und es erfährt, dass Begrenzung für das menschliche Wesen wohl sehr bedeutend sein muss.

Bewusstsein ist Gewahrsein. Es ist sich seiner Existenz und seiner Erfahrungen gewahr. Es ist immer im Jetzt, sich voll gewahr dessen, was es alles ist. War es sich ursprünglich nur seiner Existenz gewahr, so ist es nun unendlich viel größer und reicher und weiser, durch seine Erfahrungen. Bewusstsein kennt keine lineare Zeit. Die Zeit des Bewusstseins ist die Abfolge von Erfahrungen, die in ihrer Dimension mit keiner linearen Zeit korrespondieren.

Bewusstsein denkt also nicht und hat keine Emotionen. Es hat auch keine Augen und Ohren. Bewusstsein erfährt durch Fühlen. Fühlen unterscheidet sich ganz wesentlich von den menschlichen Bauchgefühlen, also Emotionen, die nur durch den Verstand möglich sind. Ein besseres Wort für Gefühl ist vielleicht Gespür. So bewegt sich Bewusstsein fort, durch Gespür. Bewusstsein erfährt sich nicht nur durch Gefühl, es drückt dieses Gefühl auch aus, und zwar immer, in jedem Moment. Dieser Ausdruck von Bewusstsein ist Schöpfung.

Bewusstsein ist das, was du in deinem Kern wirklich bist. Die energetische Form des Teiles von dir, der gerade auf der Erde seine Erfahrungen macht, ist sehr vorübergehend. Du bist Bewusstsein. Setz dich also hin, schließe deine Augen, vergiss die Zeit, entspann dich, und fühle, wessen du dir gewahr bist. Und so kommst du schnell deiner wahren Natur ein großes Stück näher. Und so kommst du auch dem näher, was du wirklich ausdrücken willst.


Fortgeschritten erwachende und erleuchtete Menschen sprechen oft von altem und neuem Bewusstsein. Ich auch. Wobei das neu oft groß geschrieben wird, also Neues Bewusstsein, um ihm eine besondere Bedeutung zu verleihen.

Im alten Bewusstsein ist die Vorstellung der Trennung fix verankert. Die Seele (ein anderes Wort für Bewusstsein) glaubt fest, von Zuhause getrennt zu sein. Das war ihre Erfahrung, sie kannte nie etwas anderes. Sie kannte Zuhause, sie war ja da, und weiß, dass sie von dort weggegangen ist, und zwar eher unfreiwillig. Später hat sie sich selbst erkannt, Erfahrungen gemacht und Weisheit erworben. Doch es war ihr immer bewusst, dass Zuhause irgendwo anders war und dass sie von dort getrennt ist. In ihrem menschlichen Aspekt wurde diese Vorstellung noch um ein Vielfaches vertieft.

Im Neuen Bewusstsein gibt es die Vorstellung der Trennung nicht mehr. Vielmehr erkennen Seele und Mensch, dass Zuhause in ihnen selbst ist, dass sie selbst es sind. Jede Suche und jedes Streben haben ein Ende. Was für eine Erkenntnis! „Gott … das bin ja ich selbst!“

Die Folgen dieser Erkenntnis sind so weitreichend, dass auch eine nur annähernd befriedigende Beschreibung den Rahmen dieses Kapitels bei weitem sprengen würde.

Wichtig an dieser Stelle ist der fundamentale Unterschied. Altes Bewusstsein: Ich bin getrennt von Zuhause. Neues Bewusstsein: Ich bin die Einheit, ich bin Zuhause. Es gibt keine Trennung.

Kommentare

Sehr schön beschrieben. Mir fällt in letzter Zeit (nach meiner Erleuchtung) immer häufiger auf, das ich anscheinend nicht mehr "logisch denken" kann oder will. Ich bin teilweise richtig denkfaul geworden. Aber was soll man noch lange überlegen, wenn es nichts mehr zu tun gibt ;) Es gibt nur noch etwas zu erfahren. Das mit der Essenz in jeder Erfahrung wahrnehmen kann ich auch bestätigen. Danke dafür <3

... dass das ein schöner - und vor allem guter - Text ist. wink Interessiert aber nicht viele Menschen. Sehr interessant. wink

Sei übrigens nicht überrascht, wenn sich der Verstand wieder kräftig einmischen will. Bei bei mir war das so. Zuerst ist er immer ruhiger geworden (sehr angenehem!), nur um einige Zeit nach der Erleuchtung sich umso heftiger wieder zu melden. Der Platz im Out hat ihm nicht gefallen. surprise

LG, Reiner

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Ich habe über die Illusion des Erwachens geschrieben. Das Thema Schöpfung unterliegt ebenfalls dieser Illusion, ist aber ein so zentrales Thema, dass ich ihm einen eigenen Text widme. Die Illusionen des Erwachens und des Erwacht Seins, also die falschen Vorstellungen, die sich der Erwachende vom Zustand des Erwacht Seins und dem Prozess des Erwachens macht, sorgen oft für viel Frust. Die Art und Weise, wie Schöpfung passiert, und die Instanz im Menschen, die Schöpfungen auslöst, ändern sich.

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Gestern sah ich mir den Film „Bobby - Der letzte Tag von Robert F. Kennedy“ an, der am Samstag im Fernsehen lief. Die Machart des Films gefiel mir ausgesprochen gut. Es wurden viele Geschichten von Menschen erzählt, die an diesem Tag irgendwie im Hotel Ambassador zu tun hatten. Auf diese Weise entstand ein guter Eindruck dieser Zeit. Robert Kennedy wurde von keinem Schauspieler dargestellt. Stattdessen wurden Originalaufnahmen des Senators geschickt in den Film integriert.