Entscheidungen und Wahlen sind ein Spezialfall des Übernehmens der Verantwortung für das eigene Leben und der Ausreden, es nicht zu tun. Sie erweitern das Feld der Verantwortung so weit, dass ich ihnen ein eigenes Kapitel widme.
Viele Menschen, nämlich auch erleuchtete, tun gelegentlich oder sogar oft so, als ob sie nicht verantwortlich für die Entscheidung wären, die sie gerade gefällt haben. Als ob sie die Konsequenzen dieser Entscheidung nichts angingen, oder als ob sie zu dieser Entscheidung quasi genötigt worden wären. Von einem System oder anderen, dummen Menschen. Kaum jemand stellt sich hin und sagt: „Gut, das ist die Situation, die ich sehe, also entscheide ich dies: …“
Genauso oft machen sie ihre Entscheidung abhängig von Umständen, die nicht in ihrer Macht liegen, vom Verhalten anderer Menschen, die für sich andere Entscheidungen treffen. Das sind keine Entscheidungen! Entscheidungen sind frei und unabhängig! Alles andere ist blindes Herumgemurkse.
Noch schlimmer wird das Spiel bei Wahlen. Im Allgemeinen wählen Menschen nicht, auch erleuchtete nicht. (Ich rufe in Erinnerung, dass dieses ganze Hauptkapitel von der Zeit nach der Erleuchtung handelt.) Sie wählen selten und bringen meistens, wenn sie glauben zu wählen, einen Wunsch zum Ausdruck. An dieser Stelle weise ich noch einmal darauf hin, dass eine Wahl sofort beginnt, sich zu manifestieren, ab dem Moment, da die Wahl ausgesprochen wird. Sofort, nicht erst nach Wochen oder Monaten.
Wenn dann jemand nach der Wahl eine Zeit lang keine Veränderung seiner Realität in die gewählte Richtung merkt, dann hat er nicht gewählt. Ganz einfach. Viele Menschen sagen dann: „Meine Wahlen funktionieren nicht.“ Das ist Mumpitz. Wahlen „funktionieren“ nicht. Das Problem ist in der Regel, dass Wahlen nicht unabhängig und frei getroffen werden, sondern dass sie vom Menschen dazu benutzt werden, um einer Realität zu entfliehen, die er nicht mehr haben will. Und das funktioniert nicht, nie. Im Gegenteil, dadurch manifestiert der Mensch jeden Tag aufs Neue die Realität, der er entfliehen möchte.
Wenn ein Mensch wünscht, statt zu wählen, erfährt er jeden Tag mehr seinen Wunsch. „Ich wünsche mir viel Geld“ bringt immer mehr von der Energie des Wunsches. Es wird dem Menschen bei jeder Gelegenheit stärker vor Augen geführt, dass es sich wirklich viel Geld wünscht. Obwohl der Mensch natürlich gesagt hat, „ich wähle viel Geld“. Aber wer wählt das, ohne es zu wünschen? Nur jemand, der keine Geldsorgen hat.
Konkrete Beispiele:
Im Dezember 2021 habe ich das göttliche Leben gewählt. Ich hatte davor Angst vor dieser Wahl, weil ich in etwa gewusst hatte, worauf ich mich einlassen würde. „Schaffe ich es wirklich, alle Zügel aus der Hand zu geben und mich voll auf meine Göttlichkeit einzulassen?“, war so die Hauptfrage. Ich kannte meine Göttlichkeit und kannte etliche Verfahren, sie zu umgehen und doch noch die menschliche „Notbremse“ zu ziehen. Ich kannte auch das Mühsal des menschlichen Herumfuhrwerkens. Und ich kannte das göttliche Leben aus dem Jahr 2010, das dann so schmerzlich endete und mir die Große Trennung von meiner Göttlichkeit brachte. Diese Erfahrung war so grausam und traumatisch, dass sie mich über zehn Jahre lang davon abhielt, erneut zu 100% mich auf meine Göttlichkeit zu verlassen. Doch nun hatte ich genug davon, ich wählte das göttliche Leben.
Es hat sofort begonnen, sich zu manifestieren, zunächst dadurch, dass mir etliche Verhaltensweisen vor Augen geführt wurden, die ich mir über die Jahre angewöhnt hatte und die im göttlichen Leben nichts verloren hatten. Ich bin stur geblieben und habe Druck auf mich gemacht, weil ich das ganze göttliche Leben sofort haben wollte und ich dem Prozess, der ja merkbar stattgefunden hat, keinen Raum geben wollte. Das ist in unsagbare Schmerzen gemündet
Gut, ich habe daraus gelernt, was meine Schmerzen schnell beendet hat. Aber ich habe nicht alles gelernt. Ich habe mich immer wieder damit überrascht, dass die Göttlichkeit so ganz andere Wege geht, als ich mir in meinem Menschsein vorstellen kann. Wichtig war und ist aber, dass ich mir immer meiner Verantwortung bewusst war und sogar oft gesagt habe: „Ich habe das gemacht, nur ich, sonst nichts und niemand.“ Genau diese Verantwortung hat mich letztlich, unter großen Schmerzen, zur Lösung geführt.
Ein Klient von mir hat schon vor längerer Zeit seine Souveränität gewählt. Wir hatten über etliche Jahre immer wieder Kontakt, doch von dieser Wahl hat er mir lange nichts erzählt. Ich hätte ihm nämlich dringend abgeraten. Er ist nämlich zwar sehr reif, aber noch nicht erwacht, und somit hatte er nicht wirklich gewusst, was er wählt, was diese Wahl mit sich bringt und wie sie sich auswirkt.
Jedenfalls wurde ihm immer wieder gezeigt, was an ihm nicht souverän war, und er konnte mit hoher Wahrscheinlichkeit eher wenig damit anfangen. Und dann kamen Schmerzen, weil sich sein menschliches Inneres gegen dieses Umstellung auf souverän gewährt hat. Schmerzen haben bei diesem Klienten aus mehreren Gründen Tradition, aber nicht so stark und nicht so anhaltend. Schließlich wandte er sich nach langer Zeit doch wieder an mich, und wir konnten im Rahmen eines Dialogs alle groben Hindernisse aus dem Weg räumen.
Obwohl dieser Mann noch nicht erwacht war, war er schon gut darin geübt, die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen.
Bei beiden Wahlen zeigt ein Mechanismus, der typisch für so grundsätzliche, große Wahlen ist: es gibt wieder einmal kein Zurück. Die Seele jauchzt und freut sich über diese Wahl, die in die goldrichtige Richtung geht. Da ist jedes Umschwenken versperrt. Ich konnte nicht mehr sagen, dass es mir früher doch lieber war. Mein Klient konnte nicht mehr sagen, dass ihm seine Souveränität doch nicht so wichtig war. Der Zug Richtung Göttlichkeit ist abgefahren, und er fährt ziemlich schnell. Bei solchen Wahlen ist qualifizierte Hilfe Gold wert.
Wahlen und Entscheidungen, beide müssen frei und unabhängig sein, bedingungslos. Und der Mensch muss für beides die volle Verantwortung übernehmen. Sonst ist er bloß ein spirituelles Kind oder vielleicht Jugendlicher.
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