Um es gleich zu Beginn zu sagen: Natürlich leiden nicht alle Erleuchteten, aber ein relativ hoher Prozentsatz. Ich kenne doch etliche, und ich weiß noch von etlichen, die das gar nicht wissen. Ich bin ein Magnet für Informationen, das war schon immer so. Ich frage nicht nach, ich laufe keiner Information hinterher, sie kommen einfach alle zu mir. Und so weiß ich von Leiden von erleuchteten Menschen, mit denen ich gar nicht in Kontakt stehe.
Die Leiden werden großer, je länger ein Mensch erleuchtet ist. Und zufälliger Weise kenne ich ein paar, die zumindest schon seit sechs, sieben, acht Jahren erleuchtet sind, da fangen die wirklich schweren Leiden erst richtig an.
Kürzlich hatte ich wieder Kontakt mit Paul. Er ist nicht das erste, aber eines der ersten Neuen Kinder, die zu meinen Klienten wurden. Und natürlich punktgenau im Jahr 2000 geboren. Seit unserem ersten Gespräch im Jahr 2020 haben wir immer wieder Kontakt. Wir tauschen dann ein paar E-Mails aus, und dann hören wir wieder ein Jahr nichts voneinander. Wie das so ist unter erwachten und erwachsenen Menschen, brauchen wir nicht viele Worte, um genau zu verstehen, was der andere meint. Also ist unser jeweiliger Austausch eher kurz.
Vor ein paar Tagen hatten wir wieder Kontakt, schon zum wiederholten Mal in den letzten paar Wochen. (Es gibt gerade ein paar Veränderungen in Pauls Leben, die er mir gerne erzählt. In diesem Blogeintrag geht es aber nur um den einen Kontakt vor ein paar Tagen.)
Jedenfalls schrieb mir Paul vor ein paar Tagen, dass er erst jetzt das Kapitel Erwachsensein in den Lehren gelesen hatte und dass es ihn ansprach, bzw. ich damit „den Nagel auf den Kopf getroffen“ hätte, weil er natürlich weiß, welche Leiden auf den Erleuchteten zukommen. Er fragte mich, ob ich im Kapitel Die Kunst der Loslassens ihn gemeint habe, als ich schrieb, dass ich nur einen einzigen Erleuchteten kenne, der wirklich total losgelassen hat. Ja, habe ich. Er hat sich darüber gewundert, dass keiner der anderen Erleuchteten bereit war, die notwendigen Schritte zu gehen. Schritte, die für Paul und mich selbstverständlich waren, ohne die nichts gegangen wäre. Aber wir mussten auch erst lernen, ich kenne Pauls Leidensweg, und meine Leidenswege sind Legende, einige davon findest du hier im Blog.
Das Ansprechen des Loslassens und Pauls Unverständnis darüber, dass die anderen Erleuchteten nicht genauso Losgelassen haben wie er, haben mich beim Schreiben meiner Antwort an Paul dazu inspiriert, diesen Blogeintrag zu schreiben.
Es ist ein blinder Fleck bei erleuchteten Menschen. Sie erleben einmal ihre Erleuchtung, realisieren sie und sind im Hochgefühl. Sie sehen wirklich und wissen wirklich, das ist kein Fake. Diese Menschen sind echt. Und sie glauben, dass sie mit den Problemen des Menschen, der sie auch sind, schon fertig werden. Schließlich haben sie sie jetzt eine ganz andere Perspektive auf die Probleme und einen ganz anderen Umgang damit.
Doch halt, schon kommt der erste Einwand. Ein Teil der Erleuchteten steigt hier schon aus, weil er auf dieselbe bescheuerte, alte Art mit seinen Problemen umgeht wie anno dazumal, als er noch tief und fest schlief. Auf die duale Art. Dieser Teil geht arbeiten oder lässt seine Partner für sich arbeiten und spielt die üblichen Spiele der Selbstunterdrückung. Kaum zu glauben, dass dieser Teil erleuchtet ist und weiß, wer er in Wirklichkeit selbst ist. Diese Menschen tun alles, um sich selbst nicht wirklich zu begegnen.
Meinem Gefühl nach ist dies der kleinere Teil. Der andere Teil wurstelt sich irgendwie durch. Diese Menschen machen immerhin die Erfahrung, was es bedeutet, auf sich selbst angewiesen zu sein und sich auf sich selbst zu verlassen. Das ist wertvoll, wenn auch das Leben dieser Menschen zum Teil ärmlich ist. So, wie es nicht sein sollte und wie es nie gedacht war.
Das Mangelspiel ist sehr beliebt bei den Menschen, die schon lange erleuchtet sind Ich habe es selbst oft genug gespielt. Genauso beliebt ist allerdings das Spiel, sich selbst etwas vorzumachen. Das ist wirklich dämlich. Ein erleuchteter Mensch spürt doch in der Sekunde, wenn er sich selbst etwas vormacht. Was soll das also? Leiden so viele Menschen so gern?
Jetzt kommt aber der Punkt, an dem so einige Erleuchtete stehen, die mindestens die genannte Zahl von 6 – 8 Jahren erleuchtet sind und die leiden, ohne zu wissen warum. Diese Menschen gibt es. In ihren Leben sieht es übel aus. Es wird nicht nur nichts besser, es wird alles noch schlechter. Es gibt kein Geld, keine Beziehungen, und ihr Körper überrascht sie immer mit noch mehr Beschwerden.
Woher, zum Teufel, kommt das?! Ein Mensch hat sich doch nicht Jahrzehnte lang dafür abgerackert, dass er jetzt an diesem Punkt steht!
Nun, ein Teil geht aufs Konto der verkörperten Erleuchtung. In meinem gleichnamigen Buch beschreibe ich, was das ist und worum ex geht. Da sind so großartige Dinge wie, wenn die Seele menschliche Liebe bzw. überhaupt menschliche Emotionen erfährt. Erst dann weiß ein Mensch, was Liebe ist. In meinem Buch steht aber nichts von Leiden. Dennoch ist die verkörperte Erleuchtung eine von mehreren Sachen., worüber jeder sogenannte aufgestiegene Meister kein einziges Wort sagen kann und es somit tunlichst unterlassen soll. Egal, wie klingend sein Name sein mag.
Verkörperte Erleuchtung heißt unter anderem, dass wir hier auf der Erde unter und mit anderen Menschen leben. Das ist herausfordernd bis auf die Knochen, weil wir sehr schnell alle möglichen Probleme von anderen übernehmen und in alte Gewohnheiten verfallen, welche nie gut und immer schlecht sind. Aber wir machen das alle, ohne Ausnahme, als ob wir programmiert wären. Naja, es ist die Entwicklung der Menschheit der heutigen Zeit. Es muss ja irgendwie weitergehen, sonst fallen wir wieder in die dunkelste Finsternis.
Und die Erleuchteten sind sich zum Teil nicht einmal dessen bewusst, was sie da tun. Sie tun es halt einfach, quasi so nebenbei. Und schaffen sich unter Umständen Probleme und Leiden. Dabei ist das, wie vom Meeresspiegel aus dem Stand den Mount Everest zu besteigen, mit Straßenschuhen.
Der zweite Teil ist noch wesentlicher und leider gänzlich unbekannt. Die schon länger Erleuchteten leben so vor sich hin, nicht viel anders als die Schlafenden. Also natürlich schon ganz anders, aber die Qualität des vor sich hin Lebens ist dieselbe. Für Erleuchtete ist es normal, zu sehen und zu wissen und immer mehr über alles und jeden zu erkennen, vor allem über sich selbst immer mehr zu erkennen. Sie leben vor sich hin und erfahren die Mühen der Ebene. Die ist ja bekanntlich deutlich schwerer als die steilsten Aufstiege, wie Bert Brecht schon richtig gesagt hat.
Und sie spüren deutlich, dass etwas nicht stimmt. Dieses Leben ist doch so gar nicht göttlich, wie sie es erwartet hatten, ein paar ganz hartnäckige Probleme wollen auch nicht verschwinden. Sie bekommen mehr und mehr den Eindruck, sich im Kreis zu drehen und sich nicht vom Fleck zu bewegen. In diesem „Zwischenleben“ beginnen sie, „wild um sich herumzuschlagen“. Das heißt, sie fällen merkwürdige Entscheidungen, treffen merkwürdige Wahlen, machen merkwürdige Ansagen und dergleichen. Sie tun alles mögliche, um den Karren wieder in Schwung zu kriegen.
Indes wird die Lage schlimmer. Die hartnäckigen Probleme treiben unerklärliche Urwüchse. Mit ziemlicher Sicherheit schmerzt der Körper, mitunter heftig. Zum Teil müssten die Erleuchteten wissen, wieso, denn man kriegt keine andere Richtung, wenn man hartnäckig versucht, etwas in Bewegung zu bringen. Erleuchtete wissen das im Grunde. Zum Teil wissen sie nicht, was los ist.
Also da ist ein inneres Drängen, das nur zum Teil vom Menschen kommt, zum anderen Teil von der Seele, und zwar nicht zu knapp. Sie sagt sinngemäß: „Jetzt bist du, Mensch, so lange so weit gegangen. Bist in der Zwischenwelt herum gehangen bis zum Abwinken. Ich übernehme jetzt, und du hältst gefälligst die Füße still. Ganz still! Vertraue mir endlich voll und ganz, du Narr!“
Ja. diese Menschen gibt es wirklich. Man hört sehr wenig bis gar nichts von ihnen, denn sie sind gerade dabei, das Dümmste auf der Welt zu machen, nämlich sich zu schämen. Sie sagen sich, dass sie das doch meistern müssten und dass sie offensichtlich zu dumm dafür wären. Diese Haltung ist dumm. Wie sollte jemand etwas meistern oder gar etwas darüber wissen, was noch kein Mensch und kein Gott vor ihnen gemacht hat? Erst recht kein ahnungsloser aufgestiegener Meister mit großer Klappe?
Sie schämen sich, und Geld spielt auch eine Rolle. Wie sollen sie sich meine Dienste leisten? Doch ich sage dir, sie sie dir zu leisten ist viel billiger, als sie sie dir noch länger nicht zu leisten.
Und wie weiß ich von diesen Menschen? Sie gehen ja nicht nach außen, und sie vertrauen mir ihre intimsten Probleme nicht an. Ich kenne sie zum Teil beim Namen. Das sind eben die Informationen, die immer zu mir finden. Und jetzt sage ich dir halt einmal, dass ich von deinen Problemen weiß.
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